Betreutes Wohnen im Alter: selbstständig, aber sicher
So selbstständig und selbstbestimmt wie möglich, so viel Hilfe wie nötig: Das verspricht betreutes Wohnen für Senioren. Für viele ist dies die optimale Lösung, wenn sie nach Alternativen für das Alter suchen – auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht pflegebedürftig sind. Sowohl Alleinstehende als auch Paare können in einer solchen Wohnung unabhängig wirtschaften. Sie haben aber die Sicherheit, dass sie bei Bedarf Unterstützung bekommen, auch wenn Angehörige weiter weg wohnen oder wenig Zeit haben.
Worauf Sie bei der Auswahl einer Einrichtung achten sollten, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Zuschüsse Sie erwarten dürfen, erfahren Sie in diesem Text. Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie noch Fragen haben, wir beraten Sie gern!
Betreutes Wohnen
- Senioren können dort selbstständig leben und die Unterstützung buchen, die sie brauchen.
- Die Grundmiete in einer Anlage für betreutes Wohnen liegt bis zu 20 Prozent höher als die örtliche Vergleichsmiete.
- Die Pflegekasse gibt Zuschüsse, wenn ein Pflegegrad vorliegt.
Was genau ist „betreutes Wohnen“?
Der Begriff „betreutes Wohnen“ ist nicht gesetzlich geschützt. Manchmal wird das Modell auch als „Service-Wohnen“ bezeichnet. Es ist deshalb wichtig, genau zu prüfen, welche Leistungen die Betreiber konkret anbieten. Unter „Betreutes Wohnen“ wird im Allgemeinen ein Wohnmodell verstanden, das aus zwei Teilen besteht:
nämlich in:
- Grundmiete für eine barrierefreie Wohnung in altersgerechtem Umfeld inklusive Hausnotruf. Es gibt auch Anlagen, in denen die Wohnung als Eigentum erworben werden kann.
- Buchbare Zusatzleistungen nach Bedarf wie Haushaltshilfe, Essenslieferung und Pflegedienst.
Konkret heißt das: Wer als noch fitter Senior in eine solche Anlage zieht, zahlt nur die Miete, die allerdings teurer ausfallen kann als die örtliche Vergleichsmiete.
Er findet dort jedoch ein Angebot an möglichen Hilfeleistungen vor, auf die er jederzeit zurückgreifen kann, sobald dies vorübergehend oder dauerhaft nötig wird.
Anhaltspunkte für die erwarteten Leistungen und Ansprüche an die Räumlichkeiten bieten die DIN 77800 (Betreutes Wohnen) sowie DIN 18040 I und II (Barrierefreiheit). Viele Anlagen bieten darüber hinaus auch Gemeinschaftsräume an.
Betreutes Wohnen: Kosten und Zuschüsse
Die Kosten für Betreutes Wohnen hängen von mehreren Faktoren ab. Eine grundsätzliche Entscheidung ist, ob Sie zur Miete wohnen oder kaufen wollen:
- Kauf oder Miete
- Größe und Ausstattung
- Lage, Verkehrsanbindung
- Vorhandene Gemeinschaftseinrichtungen
- Nutzung der Zusatzleistungen
Da die Wohnungen barrierefrei sein müssen, sind sie in der Regel bis zu 20 Prozent teurer als ähnliche Immobilien im Ort. Dafür gibt es die Gewissheit, dass die Wohnung auch mit Rollator, eventuell sogar mit Rollstuhl nutzbar ist.
Als Mieter muss man damit rechnen, dass der Betreiber möglicherweise ein Wohndarlehen für notwendige Sanierungen verlangt. Dieses muss bei Auszug verzinst zurückbezahlt werden.
Zusatzleistungen wie Pflegedienst, Haushaltshilfe, Wäsche oder Essenslieferung müssen extra bezahlt werden. Je mehr Sie davon in Anspruch nehmen, desto teurer wird es.
Von der Pflegekasse können Sie einen Zuschuss erwarten, sobald Sie einen Pflegegrad haben.
Schon mit Pflegegrad 1 haben Sie Anspruch auf 125 Euro als Entlastungsleistung, die Sie beispielsweise für eine Haushaltshilfe verwenden können. Ab Pflegegrad 2 können Sie Pflegegeld beantragen und davon den Pflegedienst finanzieren. Bei einer niedrigen Rente haben Sie außerdem die Möglichkeit, Wohngeld oder Grundsicherung zu beantragen, um die Lebenshaltungskosten zu decken.
Alternativen zum betreuten Wohnen für Senioren
Die Entscheidung für eine Wohnform im Alter hängt vom Gesundheitszustand, von den sozialen Bedürfnissen, aber auch von den finanziellen Möglichkeiten ab. Neben dem betreuten Wohnen gibt es folgende Möglichkeiten:
- Vertraute Wohnung mit ambulanter Hilfe
- Vertraute Wohnung mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung
- Senioren-WG oder betreute Wohngemeinschaft
- Pflegeheim
Für Menschen, die in ihrem vertrauten Heim alt werden wollen, gibt es heute sehr viele ambulante Hilfen, bis zur 24-Stunden-Pflege. Es gibt auch Zuschüsse für die bauliche Umgestaltung. In manchen Fällen ist dies aber nur mit großem Aufwand möglich oder angesichts der Gesamtsituation nicht sinnvoll.
Für kontaktfreudige Senioren, die noch überwiegend selbstständig sind, bieten sich Senioren-WGs an. Inwieweit in diesen Betreuung und Hilfe angeboten wird oder ambulant dazu geholt werden muss, hängt von den einzelnen Projekten ab. Dies ist eine gute Möglichkeit für jene, die nicht in ihrer Wohnung vereinsamen und gleichzeitig weitgehend selbstbestimmt leben wollen.
Für Menschen mit großem Pflegebedarf, die sich nicht mehr um sich selbst kümmern können, bietet ein Pflegeheim die beste und sicherste Versorgung.
Vor- und Nachteile des betreuten Wohnens
Ein Vorteil des betreuten Wohnens ist, dass Senioren dort lange selbstbestimmt leben, aber jederzeit die Unterstützung an ihre Bedürfnisse anpassen können. Auch Gehbehinderung ist kein Problem, da die Wohnung bereits barrierefrei ist. Ein Hausnotruf ist Standard und bietet Sicherheit im Notfall.
Unterstützung steht als buchbare Zusatzleistung bereit. Die Hilfestruktur steht also schon und muss nicht einzeln zusammengesucht werden.
Der Umzug in eine Anlage für betreutes Wohnen heißt für die meisten, dass sie ihr vertrautes Umfeld verlassen müssen. Das fällt manchen schwer. Allerdings ist es oft auch eine Erleichterung, aus einem Haus oder einer Etagenwohnung in ein pflegeleichtes, barrierefreies Appartement umziehen zu können, das besser auf die Bedürfnisse im Alter zugeschnitten ist.
Betreutes Wohnen ist geeignet für Alleinstehende, aber auch für Paare. Sie können so noch weiter ihre Zweisamkeit genießen, auch wenn bei einem Partner der Hilfebedarf steigt.
Da die Wohnform sehr begehrt ist, ist es oft schwer, einen Platz am gewünschten Ort oder in der gewünschten Einrichtung zu bekommen.
Für Menschen, die bereits stark pflegebedürftig sind, ist es nicht sinnvoll, in eine solche Anlage einzuziehen. Für diese ist ein Pflegeheim die bessere Wahl.
Die häufigsten Fragen
Betreutes Wohnen eignet sich für ältere Alleinstehende und Paare, die noch selbstständig leben und noch keine oder nur wenig Hilfe brauchen. Sie können so weiter selbstbestimmt leben und auf einfache Weise Hilfeleistungen dazubuchen, wenn es notwendig wird. Eine Sicherheit ist außerdem, dass die Wohnung bereits barrierefrei ist.
Ab Pflegegrad 1 haben Sie Anspruch auf 125 Euro im Monat von der Pflegekasse, die Sie für Hilfeleistungen einsetzen können. Für ambulante Pflege steht Ihnen ab Pflegegrad 2 Pflegegeld zu.
Am einfachsten finden Sie einen Anbieter über das Internet. Dort können Sie nach gewünschten Orten filtern und prüfen, ob es auch in Ihrer Nähe etwas gibt. Statten Sie der Anlage einen Besuch ab und verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck.
Betreutes Wohnen ist sinnvoll für Menschen, die noch gut selbstständig leben können. Wer bereits einen hohen Pflegebedarf hat, ist in einem Pflegeheim besser aufgehoben.