Pflegevorsorge
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Pflegevorsorge – bestens auf den Lebensabend vorbereitet

Wenn eine Pflegebedürftigkeit im Alter droht, reichen die finanziellen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nur teilweise aus. Speziell bei einer stationären Unterbringung ist mit hohen Kosten zu rechnen, die der Pflegebedürftige selbst zu zahlen hat. Sofern hierfür eigene Mittel wie Rente, Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, ist eine Kostenübernahme durch das Sozialamt als „Hilfe zur Pflege“ zu beantragen. Allerdings wird zuvor geprüft, ob die Kinder oder Eltern finanziell an den Pflegekosten beteiligt werden können.

Um diese Situation nicht zu riskieren, sollte frühzeitig über eine zusätzliche Absicherung der Pflege im Alter nachgedacht werden. Ein früher Abschluss einer privaten Pflegeversicherung lohnt, da hier die Beiträge vergleichsweise gering ausfallen. Verträge dieser Art können in jedem Lebensalter abgeschlossen werden. Im Folgenden möchten wir Ihnen die wichtigsten Arten der Vorsorge in Deutschland aufzeigen.

Pflegezusatzversicherung

Die steigenden Pflegekosten in Deutschland sind für einen Großteil der Betroffenen eine finanzielle Herausforderung. Oft reicht die Altersvorsorge nicht für die entstehenden Kosten aus, so dass Angehörige für die Pflege aufkommen müssen. Mit einer Pflegezusatzversicherung lassen sich die drohenden Kosten ganz oder teilweise schließen. Hierdurch wird verhindert, dass die eigenen Kinder eines Tages teuer für die eigene Pflege aufkommen müssen.

Oft wird das Thema Pflegebedürftigkeit zu spät angesprochen. Dabei lohnt es schon für Personen ab dem 20. Lebensjahr, eine Zusatzversicherung für wenige Euro im Monat abzuschließen. Hierbei ist grob zwischen drei Arten von Versicherungen zu unterscheiden: Pflegetagegeld, Pflegekosten und Pflegerente.

Das Pflegetagegeld ist als Vorsorge für eine angedachte häusliche Pflege durch Angehörige ideal. Hierfür zahlt die Versicherung zusätzliches Pflegegeld aus, das zur freien Verfügung steht. Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach dem vorliegenden Pflegegrad, stets gerechnet auf einen festen Tagessatz.

Investition in Pflegeimmobilien

Das Alter des durchschnittlichen Bundesbürgers steigt langsam aber sicher. Gründe hierfür sind die bessere medizinische Versorgung, genauso wie die sinkende Kinderzahl pro Haushalt. Unter diesen Umstände ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Plätzen in Pflegeheimen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich steigen wird.

Mehrere Millionen Pflegebedürftige werden mit der Zeit hinzukommen, was medizinisch und gesellschaftlich große Herausforderungen mit sich bringt. Bei allem Bedarf ist eines klar: Für jeden Pflegebedürftigen muss ein Ort bereitstehen, an dem die Pflege stattfinden kann. Nicht immer ist das häusliche Umfeld hierfür geeignet, eine Unterbringung in einem Pflegeheim oder im betreuten Wohnen kann notwendig werden.

Schon jetzt ist der Andrang auf Plätze in Pflegeheimen groß. In jüngeren Jahren lässt sich hiervon profitieren, indem in eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage investiert wird. Diese schafft nicht nur neuen Wohnraum, sondern kann zum Teil der eigenen Alters- und Pflegevorsorge wählen. Bei vielen Projekten lässt sich schließlich die eigene Nutzung zum Lebensabend hin vertraglich festhalten.

Die Investition in eine Pflegeimmobilie bietet aktuell eine Rendite um die fünf Prozent, was besser als bei klassischen Produkten zur Altersvorsorge ist. Zudem gilt diese Form der Anlage als risikoarm, da sie zweckgebunden ist und der Bedarf an Pflegeimmobilien eher wachsen als sinken dürfte. Selbst wenn die Immobilie später nicht benötigt wird, lässt sich bei einer Veräußerung der Immobilie ein attraktiver Preis erzielen.

Pflegeimmobilien

Pflegetagegeld – Vor- und Nachteile

Vorteile:

Nachteile:

Pflegekostenversicherung

Falls eine häusliche Pflege nicht möglich ist oder direkt eine Betreuung durch einen professionellen Dienstleister gewünscht wird, ist die Pflegekostenversicherung die richtige Wahl. Die Versicherung deckt alle Kosten für Leistungen ab, die durch einen professionellen Pflegedienstleister tatsächlich erbracht werden.

In welchem Umfang welche Leistungen erstattet werden, wird im Voraus durch Listen und Leistungsfelder definiert. Für alle erbrachten Leistungen müssen Belege bei Ihrer Versicherung eingereicht werden. Alleine so erhalten Sie die gezahlten Beträge zurück, die Sie als Kosten für Ihren Pflegedienstleister vorgestreckt haben.

Vorteile:

Nachteile:

Immobilienverrentung

Sie verfügen über Wohneigentum, allerdings reichen Ihre finanziellen Mittel nicht für einen altersgerechten Umbau zuzüglich Pflegekosten aus? Dann ist die Immobilienverrentung für Sie eine attraktive Alternative. Bei dieser verkaufen Sie Ihre Immobilie und bekommen anstelle eines Verkaufserlöses eine regelmäßige Rente ausgezahlt. Diese erhalten Sie bis zum Lebensende oder über einen zuvor festgelegten Zeitraum.

Die Entscheidung für die Immobilienverrentung können Sie ohne Zeitdruck treffen, um so den besten Preis für Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung zu erzielen. Natürlich können Sie ein unentgeltliches Wohnrecht beim Verkauf vereinbaren, damit Sie nach dem Verkauf nicht ausziehen müssen. Überprüfen Sie in Ruhe, ob eine Immobilienverrentung für Sie lohnt, was Sie stets von der individuellen, finanziellen Situation abhängig machen sollten.

Immobilienverrentung

Pflegerentenversicherung

Bei der Pflegerentenversicherung kombinieren Sie die Absicherung von Pflegekosten und Pflegetagegeld miteinander. Das Konzept funktioniert wie bei einer Lebensversicherung: Sie sparen über Beiträge Kapital an und erhalten im Pflegefall eine monatliche Pflegerente oder eine Einmalzahlung. Bei einem Pflegegrad 5 wird Ihnen die volle, vereinbarte Pflegerente ausgezahlt, ansonsten erhalten Sie einen prozentualen Anteil.

Welche Auszahlung Sie erwarten dürfen, hängt von der Wirtschaftlichkeit Ihres Versicherers ab. Ihnen ist ein Mindestbetrag für Ihre Pflegerente zugesichert, hinzu kommen Überschussbeträge, die Ihr Versicherer für Sie erwirtschaften sollte. Für den Vertragsabschluss über die Pflegerentenversicherung ist eine Gesundheitsprüfung notwendig.

Vorteile:

Nachteile:

Das Vorsorgeregister

Das Erstellen einer Vorsorgevollmacht ist sinnvoll, diese sollte im Notfall jedoch auch gefunden werden. Hierfür ist eine Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) sinnvoll. Betreuungsgerichte sind verpflichtet, im ZVR nachzusehen, bevor eine Vertrauensperson frei benannt wird. Dies ist wichtig, beispielsweise wenn Sie nach einem Unfall nicht ansprechbar sind und Entscheidungen nicht mehr selbst kommunizieren können. So verhindern Sie, dass Ihnen eine fremde Person als Betreuer zugeteilt wird.

Wie wichtig ist eine Vorsorgevollmacht?

So wichtig die Selbstbestimmung auch im hohen Lebensalter ist, können Unfälle, Krankheiten oder eine Pflegebedürftigkeit diese einschränken. Mit einer Vorsorgevollmacht treffen Sie eine wichtige Vorkehrung, wer sich im Ernstfall um Ihre persönlichen Belange kümmern soll. Gerne informieren wir Sie, welche Inhalte in eine Vorsorgevollmacht gehören, wie lange diese gültig ist und welche weiteren Regelungen Sie beachten sollten. Auch das Thema Doppelvertretung spielt in der Praxis eine große Rolle und sollte von allen Betroffenen verstanden werden.

Generalvollmacht

Unsere Entscheidungshilfe

Es empfiehlt sich, für eine umfassende Vorsorge verschiedene Arten von Vollmachten miteinander zu verbinden. Typisch ist beispielsweise die Kombination aus Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht. Dies gibt Ihrer Vertrauensperson die Möglichkeit, sich gleichzeitig um Ihre individuellen Bedürfnisse und medizinisch relevante Fragen zu kümmern.

Pflege durch Hausverkauf finanzieren – das sollten Sie wissen

Das eigene Haus ist so viel mehr als ein Wohnraum: Es hängen Erinnerungen daran, und man hat schließlich hart dafür gearbeitet. Trotzdem trennen sich viele im Alter vom Eigenheim – weil der Unterhalt aufwendig ist, weil eine barrierefreie Wohnung den Bedürfnissen mehr entspricht und weil es ein gutes Gefühl ist, eine finanzielle Rücklage für mögliche Pflegekosten zu haben.

Über einen Verkauf Ihres Hauses sollten Sie rechtzeitig und ohne Zeitdruck nachdenken. So genießen Sie die Sicherheit, nicht spontan zu einem schlechten Preis verkaufen zu müssen. Neben Ihrer individuellen Situation sollten Sie die Konjunktur und die aktuellen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt einfließen lassen. So müssen Sie nicht plötzlich und unerwartet entscheiden, beispielsweise wenn es innerhalb weniger Tage oder Wochen den Platz in einem Pflegeheim zu finanzieren gilt.

Hausverkauf

Die häufigsten Fragen im Überblick

Neben der gesetzlichen Pflegeversicherung lohnt die private Vorsorge in jedem Fall. Zwischen dem Abschluss von privaten Versicherungsverträge oder der Nutzung von Immobilien stehen Ihnen diverse Möglichkeiten für die Vorsorge offen. Pauschal gibt es keinen idealen Weg für die Vorsorge. Diese sollte stets auf Ihre gewünschten Pflegeleistungen und den finanziellen Rahmen für Ihre Pflegevorsorge abgestimmt werden.

Als Pflegevorsorge werden alle Maßnahmen zusammengefasst, um Sie auch bei schwerwiegenden Einschränkungen handlungsfähig zu halten. Neben der finanziellen Absicherung umfasst dies die Ausstellung von Vollmachten, damit Personen Ihres Vertrauens im Notfall Entscheidungen in Ihrem Sinne treffen können.

Die Vorsorgevollmacht und die Generalvollmacht sind die wichtigsten Formen, um einer Person eine Vollmacht zu übertragen. Die Generalvollmacht geht über die einfache Vorsorgevollmacht hinaus. Auch spezielle Vollmachten lassen sich erteilen, beispielsweise als Patientenverfügung für medizinische Fragen oder das Testament für Erbschaftsansprüche.

Wenn Sie in allen Lebensbereichen einem vertrauten Menschen wie Ihrem Ehepartner eine Vollmacht übertragen möchten, ist die Generalvollmacht eine sinnvolle Wahl. Ansonsten ist es ratsam, einzelne der genannten Vollmachten zu erteilen und diese auf Ihren jeweiligen Bedarf in der Vorsorge abzustimmen.

Die Vollmacht kann von Ihnen selbst erstellt werden, Vordrucke hierfür finden Sie im Internet. Grundsätzlich ist die Erstellung von Vollmachten somit kostenlos. In einzelnen Fällen, beispielsweise beim Aufsetzen eines Testaments, empfiehlt sich die Betreuung durch einen Notar. Für diesen wird jedoch ein Honorar fällig, die Kosten sind gesetzlich geregelt und berücksichtigen Ihr Einkommen bzw. die Höhe der Erbschaft.

Ein Testament muss nicht zwingend durch einen Notar aufgesetzt werden, allerdings ist dies ratsam. Ansonsten können familiäre Konflikte drohen, falls das Testament nicht rechtskräftig aufgesetzt wurde. Dies sollte rechtzeitig im engsten Familienkreis abgesprochen werden.

Abhängig von der Art des Dokuments ist die Zusammenarbeit mit einem Notar und das Hinterlegen von Testament & Co. bei diesem ratsam. Online finden Sie zudem viele Vordrucke und Hinweise, wie sich Vollmachten und weitere Dokumente eigenständig und rechtssicher aufsetzen lassen.

Im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) können Sie erteilte Vollmachten offiziell hinterlegen. Gerichte sind vor einer Zuteilung eines Bevollmächtigten verpflichtet, einen vorhandenen Eintrag im ZVR nachzuprüfen. Dies gibt Ihnen die Sicherheit, dass keine erteilte Vollmacht übersehen wird.

Für die Eintragung ins ZVR ist einmalig eine Verwaltungsgebühr bei der Registrierung zu zahlen. Diese kostet circa 13 Euro und sollte am besten online durchgeführt werden.