Ambulanter Pflegedienst mit Zuschüssen bis zu 1995 Euro

Ambulanter Pflegedienst – die wichtigsten Infos im Überblick

In Deutschland sind Millionen Menschen auf eine Pflege angewiesen. Hierbei ist der Wunsch groß, im vertrauten Zuhause zu bleiben und nicht in ein Pflegeheim umziehen zu müssen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie ein ambulanter Pflegedienst als professioneller Dienstleister hierfür sorgt und mit welchen Kosten und Zuschüssen Sie rechnen dürfen.

Ambulante Pflegedienst

Wie genau arbeitet ein häuslicher Pflegedienst?

Als ambulanter Pflegedienst erhalten Angehörige eine Unterstützung bei allen Maßnahmen, die bei der alltäglichen Pflege anfallen. Ein- oder zweimal pro Tag stattet eine professionelle ausgebildete Pflegekraft dem Pflegebedürftigen einen Besuch zu Hause ab. Hier führt er grundlegende Pflegemaßnahmen aus, zum Beispiel:

Diese und weitere Leistungen können entweder regelmäßig oder als sogenannte Verhinderungspflege vereinbart werden. Letztere ist üblich, wenn die pflegenden Angehörigen für einen kurzen Zeitraum im Urlaub oder anderweitig verhindert sind.

Die häusliche Krankenpflege steht auch Senioren-WGs oder für ein betreutes Wohnen offen. Diese kümmern sich primär um die soziale Betreuung und Grundpflege der Bewohner, während der ambulante Pflegedienst die medizinische Versorgung in den Vordergrund stellt. Hier ist im Einzelfall zu entscheiden, welche Art von Pflege individuell benötigt wird und den finanziellen Möglichkeiten entspricht.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Eine pauschale Angabe der Kosten ist leider nicht möglich. Diese setzen sich aus vielen Faktoren zusammen und sind immer im Einzelfall zu bestimmen. Wichtige Faktoren sind: Wie häufig wird ein ambulanter Pflegedienst pro Woche beansprucht und welche sogenannten Leistungskomplexe werden in Anspruch genommen.

Damit es zu einer verlässlichen und seriösen Abrechnung kommt, sollte der Pflegebedürftige und seine Angehörigen den Pflegedienst genau überprüfen. Wichtig ist, sich bei der zuständigen Pflegekasse zu informieren, ob hier ein bestimmter Pflegedienstleister zugelassen ist und qualifizierte Mitarbeiter aufweist. Dies sichert neben einer professionellen Leistungserbringung auch eine seriöse Abrechnung zu.

Ein grobes Kostenbeispiel: Kommt ein ambulanter Pflegedienst mehrmals pro Woche vorbei und hilft bei grundlegenden Tätigkeiten wie dem An- und Ausziehen des Pflegebedürftigen sowie der Körperpflege, sollten monatlich zwischen 100 und 150 Euro eingeplant werden. Bei einem täglichen Pflegebedarf mit einigen zusätzlichen Leistungen sind mehrere Hundert Euro monatlich zu zahlen.

Gibt es Zuschüsse für die Pflege zu Hause?

Im Regelfall müssen Sie nicht selbst für die Leistungen aufkommen, die ein ambulanter Pflegedienst erbringt. Sofern Sie Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung eingezahlt haben, werden anfallende Kosten bis zu einer Obergrenze durch die Pflegekasse übernommen. Abgerechnet wird dies über sogenannte Pflegesachleistungen.

Für die ambulante Pflege bekommen Sie das Geld nicht selbst ausgezahlt. Stattdessen findet eine unmittelbare Abrechnung zwischen der Pflegekasse und dem Pflegedienst statt. Die Obergrenze des Zuschusses hängt vom Pflegegrad der pflegebedürftigen Person ab. Sie beträgt aktuell (Stand 2021):

Sofern die Gesamtkosten durch diese Bezuschussung gedeckt sind, können die Angehörigen von einer pauschalen, steuerlichen Anerkennung profitieren. Diese erstreckt sich je nach Pflegegrad von 600 bis zu 1.800 Euro.

Welche Vor- und Nachteile bietet die ambulante Pflege?

Von der Beauftragung des ambulanten Pflegedienstes profitieren neben dem Pflegebedürftigen selbst vor allem die Angehörigen. Die wichtigsten Vorteile einer Beauftragung sind:

Leider reicht der ambulante Pflegedienst nicht immer aus, um den gesamten Pflegebedarf eines Angehörigen abzudecken. Dies kann einige Nachteile mit sich bringen:

Um maximal von der Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes zu profitieren, sollten verschiedene Dienstleister miteinander verglichen werden. Auch das Nachdenken über eine stationäre Betreuung sollte nicht verboten sein, wenn sich die individuelle, gesundheitliche Situation schleichend verschlechtert und eine 24-Stunden-Betreuung sinnvoll erscheint. Natürlich ist die Finanzierung hierbei genau zu überprüfen.

Weshalb die richtige Auswahl so wichtig ist

Millionen Haushalte in Deutschland haben in den letzten Jahren die Dienste eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch genommen. Die Erfahrungen mit einzelnen Dienstleitern und ihren Vorzügen sind sehr individuell. Damit es von Anfang an funktioniert, sollten Sie bei der Auswahl des Dienstleisters einige Grundsätze beachten:

– Zeitdruck und Hektik sind im mobilen Pflegedienst keine Seltenheit. Hier sollten Sie realistisch bleiben, dass im Pflegealltag wenig Zeit für den persönlichen Austausch und einige liebe Worte bleibt. Dies ist also leider kein Mangel einzelner Pflegedienste, sondern ein branchenweiter Regelfall.

– Um gute Erfahrungen zu sammeln, muss es vor allem zwischenmenschlich zwischen der Pflegekraft und dem Pflegebedürftigen passen. Gibt es Reibereien, sollte hierüber offen mit dem Pflegedienst gesprochen werden. Eventuell lässt sich zukünftig eine andere Pflegekraft einteilen.

– Das große Leistungsspektrum ambulanter Pflegedienste befreit die Angehörigen nicht komplett von ihrem Engagement. Eine regelmäßige Unterstützung durch Familienmitglieder ist nicht nur gewünscht, sondern unabdingbar. Dies gilt speziell für den sozialen Austausch, der im Pflegealltag schnell zu kurz kommt.

Die häufigsten Fragen

Während Pflegesachleistungen direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden, können der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen ein zusätzliches Pflegegeld beantragen. Dieses wird direkt an die pflegenden Angehörigen ausgezahlt, sofern diese einen Teil der Pflege übernehmen. Abgerechnet wird nach verschiedenen Modellen der Kombinationspflege. Üblich ist beispielsweise die Abrechnung von 50 % der zustehenden Sachleistungen, während die anderen 50 % direkt als Pflegegeld ausgezahlt werden.

Wenn Pflegegeld ausgezahlt wird, kommt es zu einer direkten Überweisung auf ein angegebenes Girokonto der Angehörigen. Sachleistungen werden hingegen direkt zwischen dem Pflegedienst und der Pflegekasse abgerechnet. Dies erspart den Angehörigen weitere Formalitäten und stellt eine seriöse und verlässliche Abrechnung sicher.

Die oben genannten Leistungen werden im Regelfall durch die gesetzliche Pflegekasse bezuschusst. Allerdings kann die häusliche Krankenpflege durch einen Arzt angeordnet sein, was neben der Alterspflege auch nach einem Unfall oder bei einer schweren Erkrankung gelten kann. In diesem Fall erfolgt die Abrechnung der Leistungen über die Krankenkasse.

Qualifizierte Mitarbeiter, ein seriöses Auftreten und branchenweit etablierte Zertifikate sind die wichtigsten Merkmale eines guten Pflegedienstes. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nimmt zudem unabhängige Überprüfungen vor und teilt auf Anfrage seine Erfahrungen. Wichtig ist, auf höchste Professionalität zu achten, da dies eine exakte Abrechnung sicherstellt. Auf menschlicher Ebene sollte sich eine gute Verbindung zwischen Pflegekraft und Pflegebedürftigem aufbauen.

Ja, dies fällt in den Aufgabenbereich des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Neben der Qualität in den erbrachten Leistungen fließt auch die korrekte und verlässliche Abrechnung in die Bewertung der Pflegedienste ein. Eine gesonderte Kontrolle einzelner Pflegedienste ist möglich, falls mehrfach Beschwerden von Pflegebedürftigen oder Angehörigen eingereicht wurden.

Auch bei einer professionellen Pflege in den eigenen vier Wänden kann sich der gesundheitliche Zustand mit der Zeit verschlechtern. Eine 24-Stunden-Betreuung ist eine Möglichkeit, den Pflegebedürftigen weiterhin in seinem gewohnten Umfeld leben zu lassen. Ansonsten kann die Unterbringung in einem Pflegeheim sinnvoll oder notwendig sein. Diese Schritte sollten rechtzeitig überdacht und geplant werden, speziell um die finanziellen Folgen einer solchen Entscheidung durchzurechnen.