Gehhilfen – mehr Mobilität im Alter

Um sich im Alltag sicher zu bewegen, können Gehilfen zu einer wertvollen Unterstützung werden. Gerade für Senioren sowie kranke und körperlich eingeschränkte Menschen helfen diese Hilfsmittel, sich im vertrauten Umfeld eigenständig fortzubewegen. Unser Ratgeber zeigt Ihnen die verschiedenen Arten von Gehhilfen auf.

Neue Bewegungsfreiheit für Senioren

Gehhilfen sorgen im Alltag nicht nur für eine größere Mobilität, genauso tragen sie zur Sicherheit und Eigenständigkeit bei. Die Hilfsmittel bieten körperlich eingeschränkten, kranken Menschen oder Senioren neue Möglichkeiten, ihr Leben eigenständig zu gestalten. Der Begriff „Gehhilfe“ bezeichnet dabei alle Hilfsmittel, die in irgendeiner Form das Gehen oder die Fortbewegung im Allgemeinen fördern.

Dies umfasst auch Rollstühle und Elektromobile, in denen der Nutzer sitzt und kein Beineinsatz nötig ist. Welches Hilfsmittel die persönlich beste Wahl ist, sollte ausschließlich vom Gesundheitszustand abgängig gemacht werden. Die wichtigsten Varianten sind:

Die folgenden Beschreibungen zeigen Ihnen die Vorteile der einzelnen Hilfsmittel auf, damit Sie Ihre individuell beste Wahl treffen können. Gerne beraten wir Sie auch persönliche zu diesem Thema!

Elektromobile

Das Elektromobil ist ein sehr leistungsstarker und großer Elektrorollstuhl. Er bietet viele technische Extras und eine luxuriöse Ausstattung, ist jedoch nicht für jeden Lebensbereich geeignet. Speziell in den eigenen vier Wänden oder im Supermarkt sind die sperrigen Modelle weniger tauglich.

Ein Elektromobil ist für längere Fahrtstrecken interessant. Dank starker Batterien und einer Aufladung über herkömmliche Steckdosen lassen sich mit dem Elektromodell je nach Fabrikat Strecken zwischen 20 und 60 km pro Akkuladung meistern. Das Tempo der speziellen Fahrzeuge erreicht 6 km/h und ist mit einem zügigen Schritttempo vergleichbar.

Elektromobile sind für das Fahren auf dem Bürgersteig vorgesehen. Für schnellere Mobile, die bis zu 15 km/h erreichen, sind ein TÜV-Gutachten sowie eine Betriebserlaubnis zwingend vorgeschrieben.

Preise für ein Elektromobil mit 6 km/h Geschwindigkeit liegen zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Für die Kostenübernahme muss eine zwingende medizinische Notwendigkeit gegeben sein, die ein Arzt zu bescheinigen hat. Das spezielle Fahrzeug gibt es übrigens auch als Zweisitzer.

Elektromobile

Elektro-Rollstühle

Der Elektrorollstuhl ist ein klassischer Rollstuhl, der mit Elektromotor und Batterie angetrieben wird. Per Knopfdruck setzt sich die Gehhilfe in Bewegung, Körperkraft muss hierfür nicht aufgebracht werden. Auch Modelle mit einem Joystick zur Steuerung sind verfügbar. Der Elektrorollstuhl ist für zu Hause und eine Nutzung in der Außenwelt ausgelegt, beispielsweise für den Supermarkt oder Arztbesuch.

Er verbindet eine sichere und bequeme Fortbewegung mit geringen Mühen für den Nutzer. Moderne Elektrorollstühle erreichen mit ihren Akkus längst Reichweiten von 30 bis 40 Kilometer.

Die Anschaffung eines speziellen Elektrorollstuhls kann durch das vorliegende Krankheitsbild notwendig sind, beispielsweise bei einem fortgeschrittenen Stadium von Multiple-Sklerose (MS). Für diese und andere Nutzer lässt sich der Elektrorollstuhl mit vielen individuellen Hilfsmitteln ausstatten, beispielsweise einer Kopf- und Nackenstütze.

Die Sonderanfertigungen verfügen über zahlreiche Ausstattungsmerkmale, die den Alltag für Betroffene erleichtern. Dazu zählen beispielsweise Nacken- und Kopfstützen.

Die Kostenübernahme findet in vollem Umfang über die Krankenkasse statt, sofern ein ärztliches Rezept für den Elektrorollstuhl vorliegt und dieser die medizinische Notwendigkeit dieser Gehhilfe bescheinigt. Falls es Probleme mit dem elektrischen Rollstuhl gibt und Hilfe für Wartung oder Instandhaltung benötigt wird, sind die Krankenversicherer als Ansprechpartner ebenfalls die wichtige Wahl.

Da körperliche Bewegung im Seniorenalter oft zu kurz kommt, sollte zunächst auf einen Rollstuhl ohne Batteriebetrieb vertraut werden. Dies fördert den Erhalt der Muskulatur und sorgt dafür, dass sich die körperliche Situation gerade im Rücken- und Schulterbereich nicht verschlechtert. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium gesundheitlicher Probleme sollte über den Elektrorollstuhl nachgedacht werden.

Elektrorollstühle

Rollstühle

Der Rollstuhl ist ein absoluter Klassiker unter den Gehilfen. Seine Anschaffung ist genau zu überlegen, damit das Modell den gesundheitlichen Ansprüchen und allen Gegebenheiten im Alltag genügt. So gibt es leichte Modelle, die sich mit wenigen Handgriffen zusammenklappen lassen und hierdurch einfach zu transportieren sind.

Wer im Seniorenalter gerne draußen unterwegs ist, kann den Rollstuhl problemlos in seinem Kofferraum transportieren, gleiches gilt für Züge oder Reisebusse.

Bei diesen Modellen steht der flexible Einsatz im Vordergrund, worunter die technische Ausführung und der Sitzkomfort leiden. Im Gegenzug gibt es größere Rollstühle, die sich nicht zusammenklappen lassen. Diese verfügen über ein höheres Gewicht und sind deutlich stärker auf den Komfort beim Sitzen ausgelegt. Ihre Anschaffung lohnt, wenn der Nutzer über lange Zeit hinweg den Rollstuhl nutzt.

Um sich mit einem Rollstuhl fortzudenken, muss Muskelkraft aufgebracht werden. Mit den Armen und Händen treibt der Nutzer die Räder an, wobei die Anstrengung auf einem glatten und ebenen Untergrund wie PVC, Laminat oder Fliesen überschaubar ist. Indirekt wird so die Muskulatur trainiert, was einer sinkenden Muskelkraft im Alter vorbeugt. Hoher Teppich und ähnliche Böden können dafür zum Problem werden. Eventuell ist auf die Hilfe einer zweiten Person zu vertrauen, um diese Gehhilfe über die rückseitig angebrachten Griffe nach vorne zu schieben.

Neben dem Einsatz in den eigenen vier Wänden sind robuste Rollstühle auch für den Supermarkt, Behördengänge und mehr geeignet. Die Finanzierung erfolgt ebenfalls über die Krankenkasse, sofern ein ärztliches Rezept für diese Gehhilfe vorgelegt werden kann.

Rollstühle

Rollatoren

Rollatoren sind robust gebaute Metallkonstruktionen, die beim Gehen den gesamten Körper stützen. Es gibt viele Varianten mit diversen Einstellungen, um den Rollator optimal auf die jeweilige Körpergröße und persönliche Ansprüche abzustimmen. Beim Laufen mit einem Rollator sollten die Arme immer einen 90°-Winkel bilden.

Krankenkassen übernehmen gegen Vorlage eines ärztlichen Attestes die Kosten für einen Rollator, allerdings nur für einfache Standardmodelle. Diese sind im Regelfall etwas größer und sperriger, was nicht zwingend einen Nachteil darstellt. Zwar sind sie weniger wendig, dafür stützen sie problemloser ein hohes Eigengewicht des Nutzers und rollen im Alltag nicht ungewollt weg.

Bei kleineren Modellen ist ein Gehwagen auch in den heimischen vier Wänden einsetzbar. Dank der Standardabmessungen moderner Geräte passt die fahrbare Gehhilfe mühelos durch jede Zimmertür. Kleine Hürden wie Teppichkanten oder die Laufschienen einer Schiebetür werden von der Bereifung der Rollatoren problemlos überwunden. Treppen und Absätze sind hingegen ein Problem und benötigen kraftvolle Hände, damit die Gehhilfe das Hindernis überwinden kann.

Rollatoren lassen sich auch abbremsen. Hierfür stehen Schiebegriffe wie bei einem Fahrrad bereit, die Senioren mit nur wenig Kraft betätigen können. Das Hebel-Prinzip ist jedoch umgekehrt wie bei einem Fahrrad: Alleine wenn der Hebel gedrückt wird, lässt sich der Rollator fortbewegen, beim Lösen des Hebels bleibt der Rollwagen stehen.

So wird verhindert, dass sich der Rollator ungewollt in Bewegung setzt, was speziell bei einem Gefälle im Freien wichtig ist. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Feststellbremsen vieler Modelle.

Wie sehr ein Rollator das Leben erleichtert, hängt von der individuelle Situation und dem Gesundheitszustand ab. Bereits kurze Strecken mit einem Rollator können zur Herausforderung werden, wenn der Nutzer über eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung verfügt. Ein kurzes Stehenbleiben mit Abstützen auf dem Rollator hilft meist, um neue Kräfte für den weiteren Weg zu sammeln.

Manche Modelle verfügen über Ablageflächen, die sich auch als Sitz nutzen lassen. Zudem lassen sich in Netzen, Taschen oder integrierten Fächern alle wichtigen Alltäglichkeiten oder die Einkäufe im Rollator verstauen.

Rollatoren

Gehstöcke

Mit einem Gehstock lässt sich in der Wohnung sowie im Freien bewegen. Oft sind die Stöcke als pulverbeschichtete Metallrohre gefertigt, die über einen anatomisch geformten Handgriff verfügen. Dieser gibt beim Laufen zusätzlichen Halt. Ein hochwertiger Gehstock ist zudem austariert, um die Last und die Neigung des Körpergewichtes aufzufangen. Am unteren Ende der Gehstöcke lassen sich Aufsätze aus Hartgummi finden, damit der Stock auf keinem Untergrund wegrutscht.

Neben dem Laufen kann das Hilfsmittel beim Aufstehen oder Hinsetzen genutzt werden, um die Gelenke zu entlasten. Im Vergleich zu anderen Hilfsmitteln sind Gehstöcke vergleichsweise günstig, mit einem ärztlichen Rezept übernimmt die Krankenkasse die Kosten komplett.

Selbst ohne Einschränkungen im Bewegungsapparat vertrauen viele Senioren auf einen Gehstock. Dieser kann die Angst vor drohenden Stürzen nehmen oder bei Schwindelgefühl zusätzlichen Halt schenken. Weitere Einsatzbereiche sind das sichere Treppen steigen, die Überwindung kleiner Hindernisse im Alltag oder eine verlässliche Fortbewegung bei Nässe oder Glätte.

Es ist ratsam, durch körperliche Übungen die eigene Koordinationsfähigkeit im Alter zu trainieren, der Gehstock kann begleitend hierzu für Sicherheit sorgen. Letztlich ist der Stock eine gefragte Wahl bei einem schmerzhaften Laufgefühl, beispielsweise aufgrund einer Arthrose.

Gehstock

Die wichtigsten Fragen im Überblick

Grundsätzlich können Sie auf jedes Hilfsmittel vertrauen, das Ihnen das Gehen im Alltag erleichtert. Die Vorteile medizinischer Gehstöcke sind die robuste Fertigung und die Austariertheit, wodurch sich das Körpergewicht besser auf diesen verteilen lässt.

Sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht und durch einen Arzt bestätigt wird, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für jede Art von Gehhilfe. Dies kann sich auf Standardmodelle beschränken, für Extras in der Ausstattung müssen Sie selbst aufkommen. Die wichtigste Voraussetzung für die Kostenübernahme: Die Gehhilfe muss im Hilfsmittelregister der Krankenkassen zu finden sein.

Körperliche Bewegung kommt im Alter oft zu kurz und ist oft Ursache für den Verfall der Muskelkraft und eine Verschlechterung der Gesundheit. Wann immer es schmerzfrei möglich ist, sollten sich Senioren deshalb ohne Hilfsmittel fortbewegen.

Sind Sie zwingend auf den Rollstuhl angewiesen, ist über einen Umbau des Wohnbereichs nachzudenken. Hierfür stehen diverse Fördermittel und Förderkredite zur Auswahl. Im Extremfall muss über einen Umzug in einen passenderen Wohnraum nachgedacht werden.

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