Mit einem Elektrorollstuhl zu mehr Mobilität
Zur Bewältigung des Alltags ist ein Elektrorollstuhl eine wertvolle Hilfe für Senioren oder Personen mit körperlichen Einschränkungen. Mit ihm lässt sich eine neue Bewegungsfreiheit gewinnen, was beispielsweise die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Eine medizinische Notwendigkeit muss für die Anschaffung nicht vorliegen, für Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit ist der E-Rollstuhl ein genauso wertvolles Hilfsmittel.
Die Auswahl an Modellen ist groß, die sich in der Antriebsart und den Fahreigenschaften unterscheiden. Je nach Einsatzort und gewünschter Anwendung sollten Sie genau überlegen, welches Rollstuhlmodell Ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht.
Elektrorollstühle
- Sie können den Elektrorollstuhl sowohl im Innen- und Außenbereich nutzen.
- Der Akku bietet Ihnen eine Reichweite zwischen 28 und 48 Kilometer.
- Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Standardmodelle.
Verschiedene Rollstuhlmodelle kennen lernen
Der Elektrorollstuhl verbindet die gewohnte Funktion eines Rollstuhls mit einem Antrieb, der keine Armkraft oder Koordination von Armen und Händen mehr voraussetzt. Hiermit ist er für Personen geeignet, die stärkere, körperliche Einschränkungen aufweisen und dennoch einen größeren Bewegungsradius im Alltag wünschen.
So vielseitig der individuelle Bedarf, so unterschiedliche sind die angebotenen Rollstuhlmodelle. Diese können für drinnen und draußen geeignet sind, für das sichere Bewegen in den eigenen vier Wänden genauso wie den Weg zum Supermarkt oder für Ausflüge.
Elektrorollstühle für drinnen
Wer hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie dem eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz eine Bewegungshilfe benötigt, entscheidet sich für einen Elektrorollstuhl für drinnen. Das Modell zeichnet sich durch kleinere Vorder- und Hinterräder aus, zudem werden keine großen Batterien mit hoher Ladekapazität benötigt. Kompakte Abmessungen dieser Rollstühle sorgen für maximale Beweglichkeit, damit ein kleiner Wendekreis in allen Räumen zugesichert ist.
Elektrorollstühle für draußen
Zum Fahren im Außenbereich stehen spezielle E-Rollstühle bereit, mit denen Spazierfahrten durch die Natur genauso wie der Einkauf im Supermarkt möglich sind. Durch diese Art von Elektrorollstuhl entsteht eine völlig neue Freiheit, den Alltag abwechslungsreich zu gestalten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wird der Elektrorollstuhl ausschließlich draußen genutzt, sollte auf große Antriebsräder geachtet werden.
Das Modell verfügt über einen Rückspiegel, eine leistungsfähige Batterie sowie Haltegurte und eine Beleuchtungsanlage – so, wie es die Straßenverkehrszusatzordnung (StVZO) vorschreibt. Für ein komfortables Fahren im Fahren ist außerdem ein gefedertes Fahrwerk und eine Stoßdämpfung notwendig, ein langer Radstand ist ebenfalls hilfreich. Schließlich sollen mit dieser umfassenden Ausstattung auch weite Fahrtstrecken mit höherer Geschwindigkeit zurückgelegt werden.
Wissenswertes zu Kosten und Probefahrt
Die Kosten des Elektrorollstuhls hängen von Ausstattung, Leistungsfähigkeit und Design ab. Mit einer Grundausstattung lassen sich neue Modelle bereits ab 2.500 Euro erwerben. Der Kauf gebrauchter Elektrorollstühle ist deutlich günstiger, in diesem Fall entfällt jedoch die Garantie des Herstellers. Bei jedem seriösen Händler ist eine kostenlose Probefahrt möglich, die unbedingt genutzt werden sollte.
Nur so lassen sich Handhabung, Wendigkeit und Sitzkomfort vor Ort antesten. Auch eine Einführung in das gesamte Funktionsspektrum durch den Händler sollte eine Selbstverständlichkeit sein, um Ihren Elektrorollstuhl sofort sicher nutzen zu können.
Vor- und Nachteile des Elektrorollstuhls
Mit einem Elektrorollstuhl entscheiden Sie sich für eine wertvolle Alltagshilfe. Mit einem Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile können Sie abwägen, ob diese Art von Gehhilfe am besten für Sie geeignet ist.
Vorteile:
- Sie bewegen sich mit einem E-Rollstuhl mindestens so schnell wie ein Fußgänger fort.
- Sie steigern Ihre Mobilität und hierdurch auch Ihre Eigenständigkeit.
- Für außen geeignete Modelle erlauben Fahrten auf unebenem Boden, z. B. in der Natur.
- Bei einer medizinischen Notwendigkeit übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
- Mit einem starken Akku sind auch lange Unternehmungen kein Problem.
Nachteile:
- Im Unterschied zum manuellen Rollstuhl sind Elektromodelle deutlich schwerer.
- Krankenkasse übernehmen die Kosten ausschließlich für Modelle mit maximal 6 km/h.
Die wichtigsten Fragen im Überblick
Die Krankenkassen in Deutschland zahlen für alle Hilfsmittel, die eine medizinische Notwendigkeit mit sich bringen. Sofern Ihnen Ihr behandelnder Arzt ein Rezept über ein Rollstuhlmodell ausstellt, das im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zu finden ist, findet eine Kostenübernahme statt. Im Verzeichnis sind aktuell E-Rollstühle zu finden, die maximal sechs Kilometer pro Stunde als Geschwindigkeit erreichen. Diese sind für längere Fahrten mit Außenbereich wenig geeignet.Zudem wünschen sich viele Nutzer einen Fahrstuhl mit geringem Gewicht, den Sie zusammenfalten und bequem transportieren können. Modelle dieser Art sind ebenfalls nicht im Verzeichnis der Krankenkassen zu finden. Wägen Sie hier genau ab, welches Modell für Sie infrage kommt. Eventuell ist ein Modell ohne Kostenübernahme durch die Krankenkasse für die eigene Mobilität und Lebensqualität deutlich besser geeignet.
In jedem E-Rollstuhl ist ein Steuerelement integriert. Dieses sollte bei einer Probefahrt angetestet und auf persönliche Nutzerfreundlichkeit hin getestet werden. So sollte der Joystick zum Steuern des Rollstuhls für Rechts- oder Linkshänder auf der richtigen Seite montiert bzw. beidseitig nutzbar sein. Viele Elektrorollstühle sind flexibel und erlauben eine Installation auf beiden Seiten des Rollstuhls. Es gibt auch Modelle mit zwei Steuerhebeln mit unterschiedlichen Funktionen. Hier ist zu prüfen, ob ein sicherer, täglicher Umgang gegeben ist und ob beide Arme und Hände dieser Anforderung gewachsen sind. Am allerwichtigsten: Die Steuerung sollte jederzeit vom Nutzer gut erreichbar sein und zu den eigenen körperlichen Gegebenheiten passen.
Die Geschwindigkeit ist modellabhängig und wird technisch durch verschiedene Maximalgeschwindigkeiten begrenzt. Einfache und von der Krankenkasse finanzierte Rollstühle erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h. Es gibt leistungsfähigere Modelle, wobei die gewählte Schnelligkeit immer von einer sicheren Bedienung durch den Nutzer abhängig gemacht werden sollte. Leistungsfähige Modelle sind mit einem Akku ausgestattet, der eine Reichweite bis zu 16 km aufweist. Mit diesem lassen sich auch längere Ausflüge in der Natur meistern, bis der Elektrorollstuhl wieder aufgeladen werden muss. Beachten Sie, dass die Beschaffenheit des Bodens oder Steigungen Einfluss auf die Reichweite nehmen, kalkulieren Sie hier nicht zu knapp. Beim Kauf des Rollstuhls finden Sie alle wichtigen Kennziffern direkt am Modell, die zu Ihren Wünschen und Ihrer Lebensweise passen sollten.
Elektrorollstühle sind je nach Modell auf jede Art von Alter, Größe und Gewicht abstimmbar. Achten Sie beim Kauf eines Elektrorollstuhls unbedingt auf die persönliche Eignung, speziell bei der Sitzbreite und der Unterstützung eines aufrechten Sitzens im Rollstuhl. Maximaler Sitzkomfort ist der Schlüssel für eine gesunde und angenehme Rollstuhlnutzung. Gerade wenn Sie längere Ausflüge planen oder Ihren Elektrorollstuhl täglich nutzen, ist ein komfortables Sitzen unverzichtbar. Sitzbreite und -fläche sollten beim Kauf des Elektrorollstuhls deshalb aufs Genaueste geprüft werden.