Der Gehstock – ein bewährtes Hilfsmittel
Der Gehstock ist vermutlich eines der ältesten Hilfsmittel überhaupt. Heutige Modelle sind allerdings ergonomisch optimiert, haltbarer und leichter als der wortwörtliche „Stock“ der Vergangenheit. Der Gehstock, auch Handstock genannt, ist die erste Wahl, wenn das Laufen im Alter schwierig wird. Er bietet zusätzlichen Halt und entlastet schmerzende Beine.
Es gibt es inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle. Der Gehstock ist ein anerkanntes medizinisches Hilfsmittel, das bei Bedarf von der Krankenkasse finanziert wird. Welches Modell ist für Sie das richtige und worauf müssen Sie achten? Das erfahren Sie in diesem Artikel.
Gehstock
- Die Modelle unterscheiden sich im Material, in der Form der Griffe und dem Fußende.
- Ein Gehstock kostet je nach Modell zwischen 20 und 200 Euro.
- Verschreibt der Arzt den Gehstock, bezahlt die Krankenkasse ein einfaches Modell.
Der Gehstock – ein medizinisches Hilfsmittel
Für manche gehört der Stock zur Fortbewegung dazu, obwohl sie gar keine Schwierigkeiten mit dem Laufen haben. Spazierstöcke waren in der Vergangenheit ein modisches Accessoire, Wanderstöcke sind auch heute noch ein nützliches Utensil, Nordic-Walking-Stöcke wirken besonders sportlich. An den Gehstock als medizinisches Hilfsmittel sind jedoch besondere Anforderungen geknüpft. Die Nutzer sind schließlich auf ihre Gehhilfe angewiesen, um mobil zu bleiben. Der Gehstock wird deshalb auf die Körpergröße und andere Bedürfnisse der Nutzer und Nutzerinnen angepasst.
Ein Gehstock ist eine zuverlässige zusätzliche Stütze bei Unsicherheit. Er bringt Entlastung bei schmerzenden Gelenken, Verletzungen oder anderen Problemen mit den Beinen. So können auch Menschen mit leichter Gehbehinderung weiter aktiv am Leben teilhaben. Ein Gehstock hilft auch bei der Überwindung von Treppen, ist schnell im Auto zu verstauen oder im Bus mitzunehmen.
Welche Gehstock-Modelle gibt es?
Auch so scheinbar einfache Hilfsmittel wie den Gehstock gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Das kann die Form des Griffs betreffen, das Fußende oder Extrafunktionen.
- Derbygriff: Der Derbygriff, benannt nach Lord Derby, ist leicht geschwungen, liegt gut in der Hand und kann auf beiden Seiten benutzt werden.
- Fritzgriff: Der Fritzgriff ist benannt nach Friedrich II, der einen solchen benutzt haben soll. Der Griff bildet einen rechten Winkel zum Stock wie ein asymmetrisches T und ist leicht geschwungen.
- Fischergriff: Der Fischergriff ist benannt nach seinem Erfinder, einem österreichischen Arzt. Er ist speziell für die rechte oder linke Hand geformt und hat eine breite Auflage, die den Druck besonders gut verteilt.
- Drei- oder Vierfuß: Diese Gehstöcke enden nicht in einer Spitze, sondern in drei oder vier. Dies ermöglicht einen besonders sicheren Stand, und der Stock steht auch von allein.
- Klappbar: Viele Modelle sind klappbar und lassen sich so auch einfach in der Tasche stecken, wenn man sie gerade nicht braucht. Andere lassen sich wie ein Teleskop zusammenschieben.
- Sitzstock: Bei diesem Modell kann ein Sitz ausgeklappt werden – zum Beispiel, wenn man irgendwo in der Schlange warten muss. Man muss allerdings noch über eine gewisse Balance und Beweglichkeit verfügen, um sich darauf sicher niederzulassen.
Was kosten Gehstöcke?
Das Angebot an Gehstöcken umfasst heute eine breite Preisspanne von 20 bis 200 Euro. Die Kosten sind abhängig von vier Faktoren:
- Modell
- Material
- Qualität
- Serviceleistungen
Die meisten Gehstöcke bestehen heute aus leichten, aber stabilen Materialien wie Aluminium oder dem etwas teureren Carbon. Aber auch Holzmodelle sind immer noch erhältlich. Je edler die verwendeten Materialien und Extras, umso höher der Preis. Auch der ausklappbare Sitz führt zum Aufschlag. Neben dem Material ist auch die Verarbeitungsqualität ausschlaggebend. Bei einem Online-Einkauf zu extrem günstigen Preisen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Mängel auftauchen.
Damit der Gehstock seinen Zweck erfüllt, ist es wichtig, dass er genau an die Größe seines Nutzers angepasst ist. Ein Sanitätshaus kann Sie zu den verschiedenen Modellen beraten und auch die Größeneinstellung vornehmen.
Der Gehstock ist als medizinisches Hilfsmittel klassifiziert und zahlreiche Modelle sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Hält Ihr Arzt es für notwendig, dass Sie einen Gehstock benutzen, wird er Ihnen ein Rezept ausstellen. Dann bezahlt die Krankenkasse das Hilfsmittel, und Sie müssen lediglich einen Eigenanteil von maximal zehn Euro zahlen. Wünschen Sie ein höherwertiges Modell, müssen Sie allerdings zuzahlen.
Gehstock: Vor- und Nachteile
Ein Gehstock bietet zusätzlichen Halt und entlastet schmerzende Beine. Er hilft auch beim Aufstehen oder Treppensteigen. Er ist außerdem vergleichsweise günstig und einfach zu transportieren. In der großen Vielfalt der Angebote sollte sich für jeden das richtige Modell finden lassen, um die Mobilität noch lange zu erhalten.
Ein Gehstock kann allerdings auch zu einer einseitig schiefen Körperhaltung führen. Es ist deshalb wichtig, den Gehstock in der Größe optimal anpassen zu lassen, um dies so weit wie möglich zu verhindern. Wer in einer Hand den Gehstock führt, hat diese außerdem nicht frei für andere Dinge.
Bei stärkerer Gehbehinderung oder körperlicher Schwäche reicht ein Gehstock oft nicht aus. Dafür ist ein Rollator oft die bessere Wahl.
Alternativen zum Gehstock
Der Gehstock ist ein weit verbreitetes Hilfsmittel, doch es reicht nicht in jedem Fall. Bei schlechter Kondition und schlechtem Gleichgewichtsgefühl kann ein Rollator zumindest in manchen Situationen die bessere Wahl sein. Auf einem Rollator kann man sich zwischendurch sogar ausruhen und man kann damit seinen Einkauf transportieren. Kompliziert wird es allerdings, wenn Treppen im Weg sind. Zu Hause lässt sich dieses Problem mit einem Treppenlift lösen. Auf längeren Strecken draußen sind Senioren mühelos im Elektromobil unterwegs.
Die häufigsten Fragen
Ein Gehstock ist ein medizinisches Hilfsmittel, das bei Bedarf auch vom Arzt verschrieben werden kann. Es unterstützt die Mobilität bei verschiedenen Gehbeschwerden. Damit es gut hilft, sollte die Größe an den Nutzer angepasst sein.
Der Preis für einen Gehstock ist stark vom gewählten Modell abhängig. Einfache Modelle mit Derbygriff erhalten Sie bereits für 20 Euro. Modelle aus teuren Materialien mit vielen Extras können aber auch 200 Euro kosten.
Hält Ihr Arzt es für notwendig, dass Sie einen Gehstock benutzen, wird er Ihnen ein Rezept ausstellen. Damit erhalten Sie ein einfaches Modell und bezahlen lediglich einen kleinen Eigenanteil. Möchten Sie ein teureres Modell, müssen Sie mehr zuzahlen.
Für Menschen, die unsicher auf den Beinen sind oder sich häufig ausruhen müssen, ist ein Rollator die bessere Alternative.