Stundenweise Seniorenbetreuung – das sollten Sie wissen
Angehörige leisten bei der Betreuung von Senioren eine wertvolle Arbeit. Diese kann jedoch nicht 24 Stunden pro Tag erbracht werden. Berufliche und private Verpflichtungen verhindern dies, zudem sollte jedem Angehörigen genügend Zeit für Ruhe und Entspannung gegönnt werden. Mit einer stundenweisen Seniorenbetreuung steht in vielen Situationen die ideale Lösung bereit. In diesem Zeitraum werden ältere Menschen durch qualifizierte Betreuungskräfte versorgt – meistens im heimischen Umfeld.
Um Ihnen die Auswahl des Betreuers zu erleichtern, möchten wir Ihnen wertvolle Informationen zum Ablauf der stundenweisen Seniorenbetreuung sowie über Kosten und Zuschüsse präsentieren. Auf dieser Basis wird Ihnen Ihre Entscheidung leichter fallen, wobei Sie sich auch gerne von uns persönlich beraten lassen können.
Seniorenbetreuung Stundenweise
- Senioren erleben Geselligkeit und Hilfe im Haushalt über einige Stunden hinweg.
- Pro Stunde sollten Sie 25 bis 35 Euro für die Betreuungskraft einplanen.
- Bei einem Pflegegrad lässt sich ein Entlastungsbeitrag von 125 Euro aufrufen.
Diese Aufgaben übernimmt die stundenweise Seniorenbetreuung
Die von Betreuungskräften übernommenen Aufgaben sind sehr vielseitig. Hierbei lässt sich auf die individuelle Lebenssituation und spezielle Wünsche der Senioren eingehen. Typische Bereiche der stundenweisen Seniorenbetreuung sind:
- Hilfe im Haushalt
- Unterstützung im Alltag
- Begleitung zu Terminen
- Freizeitbegleitung
- Hilfe bei der Körperpflege
Als Alltagshelfer kann der Betreuer zahlreiche Aufgaben übernehmen, die der Betreute nicht alleine ausführen kann oder möchte. Dies reicht von handwerklichen Tätigkeiten über das Vorlesen von Büchern und Tageszeitungen bis zum Gesellschaftsspiel. Die Hilfe bei Besorgungen oder das Ausfüllen von Formularen gehören ebenfalls in den Aufgabenbereich. Viele Senioren freuen sich zudem einfach über die Möglichkeit, Gespräche mit einer vertrauten und liebevollen Personen zu führen. Termine bei Behörden oder dem Arzt fallen mit einer betreuenden Person ebenfalls leichter.
Als Freizeitbegleiter lassen sich neben solchen notwendigen Terminen auch Ausflüge miteinander gestalten, beispielsweise in der freien Natur oder beim Besuch des Theaters. Können Senioren ihren Haushalt nicht mehr alleine führen, rückt die Rolle einer Haushaltshilfe bei der Betreuung stärker in den Vordergrund.
Neben Kochen, Backen und Putzen ist abhängig von der körperlichen Situation der betreuten Person Hilfe bei der täglichen Körperpflege gewünscht. Wichtig ist, im Vorfeld alle gewünschten Leistungen zu einem individuellen Paket zusammenzustellen und mit anderen Partnern wie einem ambulanten Pflegedienst abzusprechen.
Welche Kosten bringt die stundenweise Betreuung mit sich?
Pauschal lassen sich die Kosten für die stundenweise Betreuung nicht benennen. Verschiedene Berechnungsfaktoren spielen ein, beispielsweise:
- Art des Berechnungsmodells
- Dauer der Betreuung
- Umfang der Leistungen
- Qualifikation des Betreuers
Agenturen und andere Dienstleister rechnen in Stundensätzen, Tagessätzen oder einzelnen Modulen ab. Hierbei werden einzelne Aufgabenbereiche definiert und zusammen über einen Komplettpreis abgerechnet. Bei manchen Anbietern gibt es Rabatte, wenn eine bestimmte Stundenzahl in der Betreuung erreicht wird. Der Stundensatz wird hierbei meist um einen prozentualen Anteil reduziert. Der Einfluss der erbrachten Leistungen auf die Kosten wird beispielsweise deutlich, wenn neben der Betreuung des Seniors zu Hause Beförderungen mit einem Auto notwendig oder gewünscht sind.
Die Qualifikation ist ein wesentlicher Kostenfaktor, wobei eine Abstimmung auf die Bedürfnisse des Seniors entscheidend ist. Eine Weiterbildung ist dringend zu empfehlen, wenn es zur Betreuung eines demenzkranken Senioren kommt. Ein grober Rahmen für die Betreuungskosten pro Stunde lässt sich dennoch angeben. Dieser liegt im Regelfall deutlich höher als der Mindestlohn und erreicht durchschnittlich zwischen 25 und 35 Euro.
Gibt es Zuschüsse für die Betreuung?
Berechtigte haben die Möglichkeit, Zuschüsse für die Betreuung zu beantragen und die finanzielle Last zu reduzieren. Wesentlich für die Berechtigung ist die Feststellung eines Pflegegrades. Unabhängig von der Höhe des Grades lässt sich der sogenannte Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich beantragen. In diesem Fall wird vorausgesetzt, dass die Seniorenbetreuung durch einen Anbieter erfolgt, der seitens der Krankenkasse zugelassen wurde.
Ab dem Pflegegrad 2 ist eine Umwandlung von höchstens 40 Prozent der Pflegesachleistungen für die Betreuung möglich. Dies sorgt für einen zusätzlichen Zuschuss von maximalen 275,50 Euro im Monat. Möglich ist die Umwandlung natürlich nur, wenn der Betroffene die ihm zustehenden Pflegesachleistungen noch nicht voll ausgeschöpft hat.
Zahlen Angehörige die Seniorenbetreuung, sind maximal 20 Prozent hiervon bei der Steuer als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen. Das Finanzamt fordert hierbei Rechnungen bzw. Quittungen als Nachweis ein.
Gibt es Alternativen zur stundenweisen Betreuung?
Die wichtigste Alternative ist die 24-Stunden-Betreuung. Diese dürfte mit monatlichen Kosten von 2.000 bis 3.500 Euro deutlich teurer sein als die stundenweise Betreuung, sorgt jedoch für eine deutlich größere Entlastung der Angehörigen. Gegeneinander aufgerechnet lohnt sich die Variante erst, wenn eine tägliche Betreuung von mehr als vier Stunden benötigt wird. Die Betreuungskraft benötigt zudem ein eigenes Zimmer in der Wohnung der zu betreuenden Person mit ausreichend Privatsphäre. Auch ein Platz im klassischen Seniorenheim ist eine Alternative, jedoch meistens noch teurer.
Ausgehend von einem geringen Pflegebedarf sind die genannten Alternativen nicht wirklich praxisnah. Eine günstige Lösung ist jedoch die private Seniorenbetreuung.
Suchen Sie gezielt nach Anzeigen in Tageszeitungen oder dem Internet. Achten Sie bei solchen Angeboten auf die Qualifikation der Betreuer und schützen Sie sich vor Risiken, die durch Schwarzarbeit und einen fehlenden Versicherungsschutz entstehen.
Was halten Experten von der stundenweisen Betreuung?
Die Meinung der meisten Experten zur stundenweisen Seniorenbetreuung fällt positiv aus. Durch diese Art der Betreuung können Senioren im gewohnten Umfeld bleiben und erhalten eine Unterstützung, die ihrer Lebenslage entspricht. Mit der richtigen Qualifikation tragen Betreuer wesentlich dazu bei, das Leben weiterhin aktiv gestalten zu können – geistig, körperlich und sozial.
Für viele Senioren kann eine Betreuung die Hemmschwelle nehmen, in späteren Jahren Hilfe von fremden Menschen bei einer Pflegebedürftigkeit anzunehmen. Die betreuenden Angehörigen erhalten zudem eine wertvolle Pause, um sich von der Herausforderung der Betreuung zu erholen.
Die häufigsten Fragen
Die Art der Betreuung richtet sich an ältere Menschen, die eine Hilfe im häuslichen Umfeld benötigen. Die stundenweise Betreuung wird dabei ausschließlich von qualifizierten Betreuungskräften durchgeführt und auf die jeweiligen Bedürfnisse der Senioren abgestimmt.
Ideal ist die Betreuungsform für leicht pflegebedürftige Menschen, bei denen sich die Angehörigen eine zwischenzeitliche Entlastung wünschen. Durch die Betreuungsform ist eine Hilfe bei alltäglichen Tätigkeiten zugesichert. Außerdem wird sichergestellt, dass der Senior oder die Seniorin über einige Stunden hinweg Gesellschaft genießt.
Typische Leistungen der Betreuung sind die praktische Hilfe im Alltag, eine begleitende Betreuung bei anstehenden Terminen oder in der Freizeit sowie die Unterstützung im Haushalt. Auch die persönliche Hygiene und Körperpflege kann unterstützt werden, ersetzt jedoch nicht einen ambulanten Pflegedienst bei einem höheren Pflegebedarf. Welche Leistungen konkret in Anspruch genommen werden, hängt immer von der individuellen Situation der Senioren ab.
Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich steht allen Personen ab dem Pflegegrad 1 zu. Ab dem Pflegegrad 2 lassen sich zusätzlich bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistungen umwandeln. Dies erreicht maximal einen Betrag von 275,50 Euro. Ein Fünftel der Ausgaben lassen sich steuerlich geltend machen, wenn sie von Angehörigen finanziert werden.
Die stundenweise Betreuung fördert die Aktivität und hilft, alltägliche Dinge besser zu meistern. Hierbei kann der Senior weiterhin in seinem gewohnten, häuslichen Umfeld bleiben. Durch die Betreuungskraft ist Gesellschaft zugesichert, von der Senioren in der eigenen Wohnung sozial besonders stark profitieren.