Nützliches Hilfsmittel: der Pflegesessel
Viele Menschen haben zu Hause einen Lieblingssessel. Sie nutzen ihn zum Fernsehen, Lesen und sogar für das Nickerchen am Nachmittag. Je mehr die körperlichen Einschränkungen zunehmen, desto mehr Zeit verbringen sie in ihrem Sessel. Anderen hat bisher das Sofa gereicht, sie haben aber zunehmend Schwierigkeiten, dort eine bequeme Position zu finden und daraus aufzustehen.
Ein Pflegesessel ist nicht nur speziell für den langen Aufenthalt konzipiert, sondern bieten auch eine Reihe nützlicher Funktionen wie klappbare Armlehnen, integrierte Aufstehhilfen und eine umfangreiche Verstellbarkeit bis zur echten Liegeposition.
Ein Pflegesessel steigert Komfort und Lebensqualität. Er unterstützt einerseits den Nutzer, seine Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Seine Funktionen und das umfangreiche Zubehör machen ihn aber auch zu einem nützlichen Werkzeug für Angehörige und Pflegekräfte, wenn der Hilfebedarf steigt.
Manche Modelle verfügen auch über Rollen und können so vom Wohnzimmer zum Esstisch und sogar auf die Terrasse geschoben werden, wenn der Weg barrierefrei ist. Bisher müssen die Kosten in der Regel aber selbst getragen werden.
Pflegesessel
- Der Nutzer bleibt länger selbstständig dank integrierter Aufstehhilfe.
- Die Funktionen des Pflegesessels erleichtern die häusliche Pflege.
- Einstiegsmodelle kosten ab 1600 Euro und müssen privat finanziert werden.
Das bietet der Pflegesessel:
- Zahlreiche Sitz- und Liegepositionen aufgrund Verstellmöglichkeit bis 180 Grad. Dabei werden auch die Beine mit angehoben oder abgesenkt.
- Dauerhafter Sitzkomfort dank ergonomischem Design. Zum Zubehör gehören auch passende Dekubitus-Kissen für schwere Fälle.
- Einfaches Aufstehen mit elektrisch bedienbarer Aufstehhilfe. So bleiben Selbstständigkeit und Mobilität länger erhalten.
- Problemlose Reinigung aufgrund des pflegeleichten Materials – ob Kaffee, Rotwein oder Inkontinenz.
- Einfache Pflege direkt am Sessel: Kopfstützen oder Armlehnen können weggeklappt werden, Tisch und Infusionsständer angebracht werden.
- Mobilität dank Rollen, zumindest bei einigen Modellen. Angehörige oder Pflegekräfte können damit den Sessel durch die Wohnung schieben. Manche verfügen dafür über ausfahrbare Fußstützen. Ein Pflegesessel ist aber kein Rollstuhl.
- Nützliche Extras: In den Pflegesessel sind viele elektrische und elektronische Funktionen integriert, für die sonst zusätzliche Geräte benötigt werden – von Wärme und Massage bis zu Handy laden und Hausnotruf.
Finanzierung des Pflegesessels
Ein Pflegesessel mit Aufstehhilfe hat viele Vorteile und kann die Lebensqualität im Alter deutlich steigern. Ob bei Rheuma, Rückenschmerzen oder nach einer Operation – er bietet Entspannung, unterstützt aber auch das selbstständige Aufstehen. Gleichzeitig erleichtert er Angehörigen und Pflegekräften die Hilfe, wenn sie nötig wird.
Die Kosten für einen Pflegesessel müssen bisher in der Regel privat getragen werden. Verschreibt der Arzt allerdings einen Pflegesessel mit Aufstehhilfe, weil dies die Selbstständigkeit seines Patienten erhält, oder aufgrund einer anderen medizinischen Indikation, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Basismodell oder bezuschussen ein selbstgewähltes Modell in entsprechender Höhe. Dies muss allerdings vor dem Kauf abgesprochen sein. Nachträglich werden keine Kosten übernommen.
Einfache Pflegesessel mit einer begrenzten Anzahl von Funktionen sind bereits für unter 1000 Euro erhältlich. Je hochwertiger das Material und je mehr Funktionen, desto höher liegt auch der Preis.
Worauf sollten Sie beim Kauf eines Pflegesessels achten?
Der Pflegesessel ist kein Möbelstück, das wegen seiner Optik gekauft wird, obwohl er natürlich auch gut aussehen kann. Er soll die Lebensqualität einer körperlich eingeschränkten Person verbessern, die möglicherweise spezifische gesundheitliche Probleme und Schmerzen hat, zum Beispiel nach einer Hüft-OP oder einem Schlaganfall. Die meisten Modelle sind für einen breiten Einsatz geeignet. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Details – damit er seine zugedachte Funktion auch erfüllt.
Einige grundlegende Auswahlkriterien:
- Größe: Das Standardmodell ist ungeeignet für sehr kleine oder stark übergewichtige Personen. Es sind jedoch auch Sondergrößen erhältlich.
- Mobilität: Benötigen Sie Rollen, damit der Sessel innerhalb der Wohnung bewegt werden kann, oder soll der Sessel ohnehin nur an einem festen Platz stehen?
- Zubehör und Extras: Was ist für das Modell verfügbar? Welche Ergänzungen sind möglich, wenn sich der Zustand der pflegebedürftigen Person verschlechtert?
Ideal wäre es natürlich, den Sessel vorab von der Person testen zu lassen, die ihn nutzen soll. Das ist häufig nicht möglich. Sie können jedoch die Beinlänge und den Bedarf an Sitzfläche ausmessen, um sicherzugehen, dass er passt.
Die häufigsten Fragen
In der Regel müssen die Kosten selbst getragen werden. Verschreibt der Arzt allerdings einen Pflegesessel mit Aufstehhilfe, weil er das für sinnvoll hält, kann es eine Kostenübernahme oder einen Zuschuss geben. Dies muss vor der Anschaffung geklärt werden, wenn Sie sichergehen wollen.
Das Design des Pflegesessels ist noch stärker auf die Bedürfnisse von Menschen ausgerichtet, die viel Zeit darin verbringen und gesundheitliche Einschränkungen haben. Er hat bereits eine Aufstehhilfe integriert und lässt sich für den Mittagsschlaf in eine echte Liegeposition absenken. Das Material ist besonders einfach zu reinigen. Es ist außerdem viel Zubehör erhältlich, das die Pflege erleichtert.
Ein Pflegesessel kann keinen Rollstuhl ersetzen. Es gibt allerdings Modelle mit Rollen, auf denen die Person im Sessel innerhalb der Wohnung von einer anderen Person verschoben werden kann, soweit der Weg barrierefrei ist. Das ermöglicht eine einfache Teilhabe, Abwechslung und Lebensqualität. Soll der Sessel ohnehin immer an einem Ort stehen, ist dieses Feature allerdings nicht notwendig.